England
London

Informationen für Touristen: London Tourist Board and Convention Bureau, 6th Floor, Glem House, Stag Place, London SW1E 5LT. Tel: (020) 7932 20 00, Fax: 79 32 02 22. (E-Mail: enquiries@londontouristboard.co.uk, Internet: www.londontown.com).

Das Londoner Stadtzentrum setzt sich aus zwei verschiedenen historischen Städten zusammen: der City of London (der alten römischen Siedlung Londinium) und der weiter westlich liegenden City of Westminster. Viele der heutigen Londoner Stadtbezirke waren bis vor 100 Jahren noch Dörfer oder Ackerland. 1950 wurde ein Gesetz zum Schutz des »Grünen Gürtels« eingeführt, welches dieser Ausbreitung Londons Einhalt gebot. Heute bedecken die insgesamt 32 Londoner Bezirke und die City of London eine Fläche von 385 qkm. London hat trotz seiner über 7 Mio. Einwohner eine verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte und wird durch zahlreiche Parkanlagen, Grünflächen und kleine Wälder aufgelockert.


Central London, die Innenstadt (in etwa umgrenzt von der (gelben) U-Bahnlinie Circle Line), besteht aus dem West End und der City of London. Das West End ist das Vergnügungs- und Einkaufszentrum, hier sind die größten Theater und Kinos, außerdem zahlreiche Restaurants, Hotels, Nachtklubs und die Einkaufsstraßen um Oxford Street, Covent Garden, Regent Street, Knightsbridge und Bond Street. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten dieses Viertels sind die Westminster Abbey, der Big Ben und die Houses of Parliament (Westminster-Abtei und Parlamentsgebäude); die National Gallery am Trafalgar Square; das Britische Museum; die Wachablösung am Buckingham-Palast; die Gebäude der Horse Guards in Whitehall, die Kunsthalle Tate Britain in Pimlico und Madame Tussaud’s, das Wachsfigurenkabinett und Planetarium in der Nähe der Baker Street, der fiktiven Heimat von Sherlock Holmes. Im Rock Circus am Piccadilly Circus wird die Geschichte der Rock- und Pop-Musik zum Leben erweckt. Am Piccadilly hat außerdem die traditionsreiche Royal Academy ihren Sitz, deren große Kunstaustellungen Publikumsmagneten sind. Weiter westlich, in den Stadtteilen Kensington und Chelsea, laden weitere weltberühmte Einkaufsviertel zum Stadtbummel ein (King’s Road, Knightsbridge und Portobello Road). Äußerst sehenswert sind die Museen in Kensington – das Victoria & Albert Museum (Kunstgewerbe), das Science Museum (Wissenschaft) und das Natural History Museum (Naturgeschichte). In der Royal Albert Hall finden im Sommer die berühmten Promenaden-Konzerte (kurz »Proms«) statt. In den weitläufigen Anlagen des Hyde Park, St. James’s Park, Green Park und Regent’s Park können sich Besucher vom Straßenlärm erholen – im Sommer stehen auch Liegestühle bereit; eine Benutzungsgebühr wird erhoben.

Die City of London ist das Banken- und Büroviertel mit weniger als 5000 Einwohnern, jedoch tagsüber Arbeitsplatz von über einer halben Million Menschen. Hier türmen sich hochmoderne Bürogebäude mit Spiegelfassaden direkt neben historischen Gemäuern, nicht selten werden bei den Baggerarbeiten für ein neues Hochhaus römische Fundamente oder mittelalterliche Gräber entdeckt. St. Paul’s Cathedral, eines der bekanntesten Wahrzeichen der City, wurde 1711 fertiggestellt; die erste Kirche an dieser Stelle geht jedoch auf das 7. Jahrhundert zurück. Weithin sichtbar ist auch die von Wilhelm dem Eroberer im 11. Jahrhundert zur Verteidigung der Stadt gebaute, als Tower of London bekannte Burg, die allerdings strenggenommen im Nachbarbezirk Tower Hamlets liegt. Hier sind auch die Kronjuwelen zu besichtigen. Die Bank of England, der Stock Exchange (Londoner Börse), Lloyd’s of London (größte Versicherungsbörse der Welt), Mansion House (offizielle Residenz des Londoner Bürgermeisters) und der Old Bailey (Kriminalgericht) zählen ebenfalls zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Das Barbican Centre ist ein moderner Gebäudekomplex, in dem unter anderem die Royal Shakespeare Company und das Londoner Symphonieorchester untergebracht sind, ebenso das interessante Museum of London, das die faszinierende Stadtgeschichte anschaulich näherbringt. Die 100 Jahre alte Tower Bridge ist eine der berühmtesten Brücken der Welt. Neuerdings kann der Kontrollraum besichtigt werden, von dem aus die Hebung und Senkung des mittleren Brückenabschnittes gesteuert wird. Für einen Besuch in der City eignen sich vor allem Wochenenden, Feiertage und Abendstunden. In den engen Gassen und Passagen stehen teilweise Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Außer den zahlreichen Sightseeing-Bussen werden auch Stadtführungen (z. B. »Dickens’ London«, »Sherlock Holmes’ London« oder »Auf den Spuren von Jack the Ripper«) angeboten.

Südlondon wird seltener von Touristen besucht. Neuerdings ist das südliche Themseufer in der Nähe des Bahnhofs Waterloo jedoch um zwei Attraktionen reicher. Im Rahmen der Millenniumsfeiern wurde das 137 m hohe Riesenrad London Eye errichtet. Bei der 30minütigen Fahrt in einer der 32 Passagierkapseln hat man einen herrlichen Ausblick auf London. Im Mai 2000 wurde die zweite Tate Gallery Tate Modern eröffnet. Die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst ist in einem beeindruckenden Backsteingebäude, dem ehemaligen Kraftwerk Bankside Powerstation, untergebracht. Eine Fußgängerbrücke (Millennium Bridge) verbindet Tate Modern mit dem gegenüberliegenden Themseufer bei St. Paul’s Cathedral. In dem etwas grauen Betonkomplex des South Bank Arts Centre sind das National Theatre und die Royal Festival Hall untergebracht, außerdem die Hayward Gallery und das Museum Of the Moving Image (MOMI), ein modern gestaltetes Film- und Fernsehmuseum »zum Anfassen«. Im Bezirk Southwark wurde Shakespeares berühmtes Globe Theatre rekonstruiert (Internet: www.shakespeares-globe.org). Hier werden von Mai bis September Shakespeares Dramen vor originalgetreuer Kulisse unter freiem Himmel aufgeführt. Das dem Theater angeschlossene Museum ist der Bühnen- und Theatergeschichte der Shakespearezeit gewidmet. Das Old Vic, Londons bekanntestes Theater, befindet sich ebenfalls in Südlondon. Die Southwark Cathedral in der Nähe der London Bridge ist die schönste gotische Kirche der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Themse sind das Imperial War Museum (Militärmuseum) in Lambeth, Lambeth Palace (Residenz des Erzbischofs von Canterbury), das Florence-Nightingale-Museum (St. Thomas’ Hospital). Von Charing Cross nach Greenwich fährt man ca. 15 Minuten mit der Bahn. Das National Maritime Museum, der Klipper Cutty Sark (eines der schnellsten Schiffe vor dem Dampfzeitalter), das Royal Naval College und das Royal Observatorium mit dem »Nullmeridian« können hier besichtigt werden. Das prachtvolle Queen’s House (17. Jahrhundert) wurde kürzlich restauriert. Im Fan Museum können über 2000 Fächer bewundert werden. Weitere Sehenswürdigkeiten südlich der Themse sind der Tennis Club in Wimbledon, das reizvolle Stadtviertel Dulwich mit der ältesten Kunstgalerie Englands und der große Battersea Park, der sich am Südufer der Themse gegenüber von Chelsea erstreckt.

Westlondon: Earl’s Court und Kensington Olympia, die Messegelände, liegen westlich der Innenstadt. Die bekanntesten jährlich stattfindenden Messen sind die Boat Show und die Ideal Home Exhibition. Im nahegelegenen Bayswater liegt das Einkaufszentrum Whiteleys of Bayswater mit über 80 Geschäften, zahlreichen Restaurants und einem Kino mit mehreren Leinwänden. Chiswick House im Bezirk Chiswick ist eine prunkvolle Villa im italienischen Stil. Weiter westlich im Bezirk Brentford liegen der schöne Syon Park, das British Motor Industry Museum und das London Butterfly House. Ganz in der Nähe sind das Musical Museum, das Living Steam Museum und das Waterman’s Arts Centre. Südlich von Brentford und Chiswick am Ufer der Themse liegt Hampton Court Palace, die Residenz Königs Heinrich VIII. aus dem 16. Jahrhundert, in dessen Parkanlagen sich ein weltberühmter Irrgarten befindet, und das sich wunderbar für einen Tagesausflug eignet. Südlich der Themse liegt der schöne Botanische Garten in Kew mit seinen imposanten Palmenhäusern sowie der Richmond Park, in dem große Rotwildherden grasen. Sehenswert sind auch die Orleans House Gallery, Ham House und Marble Hill House. Im Nordwesten Londons liegen das Wembley Stadium (Englands bekanntestes Fußballstadion), Wembley Arena (Londons größte Rockkonzerthalle) und das Wembley Arena Conference Centre. Ende August wird im Bezirk Notting Hill der berühmte farbenprächtige »Notting Hill Carnival« gefeiert. In der Portobello Road wird samstags ein großer Antiquitäten- und Flohmarkt abgehalten.

Auf einem steilen Hügel in Nordlondon liegt der vornehme Wohnbezirk Hampstead mit Hampstead Heath, dem größten Stadtpark der Welt. Sehenswert sind das Burgh House, Kenwood House (ein Landhaus aus dem 18. Jahrhundert inmitten von Parkland mit einer ausgezeichneten Gemäldesammlung) und das Haus des englischen Dichters Keats am Wentworth Place. Auf einem Hügel weiter westlich liegt Highgate, ein hübsches ehemaliges Dorf. Auf dem berühmten Friedhof Highgate Cemetery liegt Karl Marx begraben. Im Bezirk St. John’s Wood befindet sich der bekannte Kricketplatz Lords’ Cricket Ground. In Camden Town findet jedes Wochenende der große und bunte Camden Market statt.

Ostlondon und besonders das East End (Whitechapel, Bethnal Green, Mile End und Bow) sind in vieler Hinsicht das »wahre London«, obwohl diese Gegend nicht nur unter der Bombardierung im 2. Weltkrieg, sondern in den sechziger Jahren auch unter den unbarmherzigen Händen der Städteplaner schwer gelitten hat. Heute breitet sich die City bis zu den traditionellen East End-Bezirken Whitechapel und Aldgate hin aus. Die Bewohner dieses Viertels sind mit Recht stolz auf die Whitechapel Art Gallery. Sonntag vormittags wird in der Brick Lane und ihren Nebenstraßen ein großer Wochen- und Flohmarkt abgehalten. In der nahegelegenen Middlesex Street kann man ebenfalls sonntags den international bekannten Petticoat Lane Market besuchen. Der Lea Valley Park erstreckt sich von der Grafschaft Hertfordshire bis zum East End und setzt sich aus einem riesigen Park- und Wiesengelände mit Fitneßpfaden, Flüssen, Kanälen und lauschigen Picknickstellen zusammen. Weitere Anziehungspunkte in Ostlondon sind das königliche Jagdhaus aus dem 16. Jahrhundert im großen Waldgebiet Epping Forest, die Waltham Abbey (11. Jh.) und die Flutbarriere (Thames Flood Barrier) flußabwärts von Greenwich. Die Isle of Dogs, eine Halbinsel, die durch eine Schleife in der Themse gebildet wird, beherbergte einst das große Londoner Hafengelände (das inzwischen weiter flußabwärts verlegt worden ist). In den letzten fünfzehn Jahren haben hier und im Umkreis Sanierungsarbeiten im großen Stil stattgefunden; verfallene Lagerhäuser und stillgelegte Docks sind schicken Wohnstudios, futuristischen Bürohochhäusern und Segelklubs gewichen, in einer eindrucksvollen, wenn auch die alteingesessenen Bewohner weniger begeisternden Aktion. Eine führerlose Hochbahn, die Docklands Light Railway, schließt die Halbinsel an das Londoner Verkehrsnetz an.

Ausflüge: Adressen von Firmen, die Stadtrundfahrten, Stadtführungen und Ausflüge in die Umgebung organisieren, sind beim Fremdenverkehrsamt und den Informationszentren erhältlich. Broschüren der Touristeninformationsbüros und die verschiedenen wöchentlich erscheinenden Stadtzeitschriften (insbesondere Time Out) erteilen Auskünfte über Veranstaltungen aller Art, von Straßen- und Flohmärkten, Clubs (Diskotheken), Stadtführungen und Kulturfestivals bis hin zu Theater-, Kino- und Musikprogrammen.


 
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