Lettland
Wirtschaftsprofil

WIRTSCHAFT: Die Regierung Lettlands hat sich vorgenommen, die starke Umweltbelastung durch die Betriebe der Schwerindustrie, die fast die Hälfte des Bruttosozialproduktes erbringt, zu verringern. Lettland hat kaum Bodenschätze, die verarbeitende Industrie spielt daher eine große Rolle. Metall-, Elektro-, Düngemittel-, chemische, Holz- und Leichtindustrie sind heute zusammen mit der Milchwirtschaft und der Fischerei die wichtigsten Stützen der Wirtschaft. Die Infrastruktur ist, wie in allen baltischen Staaten, relativ gut ausgebaut. Ein großes Problem jedoch ist die Energieversorgung, Lettland kann gegenwärtig nur 50% seines Energiebedarfs decken. Hauptenergieträger ist die Wasserkraft. Kurz nach der Unabhängigkeit Lettlands 1991 geriet das Land in wirtschaftliche Schwierigkeiten, was hauptsächlich auf die Rohstoffknappheit zurückzuführen war. Trotzdem ließ die Regierung nicht davon ab, die Einführung der Marktwirtschaft voranzutreiben und ausländische Investoren anzuziehen. In den letzten Jahren zeichnete sich mit einer gleichbleibenden Wachstumsrate von 3% jährlich eine deutliche Verbesserung ab. Seit 1995 ist die für die frühen 90er Jahre charakteristische hohe Inflation auf 15-20% zurückgegangen. Die Privatisierung schreitet stetig voran. Das größte Problem jedoch, das enorme Budgetdefizit und die damit verbundenen Sparmaßnahmen, wurde bis jetzt noch von keiner Regierung in Angriff genommen. Im März 1993 führte Lettland seine eigene Währung ein, den Lat, der anfänglich neben dem lettischen Rubel bestand und mittlerweile einziges legales Zahlungsmittel ist. 1994 gründete das Land eine Freihandelszone mit Estland und Litauen und schloß ein Handels- und Kooperationsabkommen mit der EU. Mit den USA wurde 1994 ebenfalls ein vielversprechendes Handelsabkommen unterzeichnet. Seit 1996 ist Lettland Mitglied des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, die EU-Beitrittsverhandlungen wurden im Februar 2000 eröffnet. Haupthandelspartner sind die EU (insbesondere Deutschland, Schweden und Finnland) sowie die Russische Föderation und die anderen baltischen Staaten.

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